Was geschieht, wenn man die Kontrolle verliert? Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise zu sich selbst – eine Annäherung an mehr Bewusstsein und vielleicht auch an Selbstakzeptanz. Die Auseinandersetzung mit unangenehmen Gefühlen gehört dazu: Angst, Kontrolle und alte Verletzungen ziehen sich durch dieses Buch.
Seite für Seite erkennen wir uns wieder, denn es ist nicht nur ihr Leben, sondern das Leben eines jeden. Erinnerungen und Gegenwart fließen ineinander und legen etwas frei, das wir oft übersehen: Wir sind nur Menschen.
Claudia Broghammer, geboren am 18. August 1966 in Rottweil, bewegte sie sich schon früh zwischen zwei Welten: Zahlen und Sprache. Nach einem Informatikstudium führten sie Lebensstationen in die Schweiz (1999) und nach Frankreich (2005), bevor sie sich wieder im Raum Zürich niederließ (2014), wo sie heute in der strategischen IT-Beratung mit Schwerpunkt Personalwesen arbeitet. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit widmet sie sich seit vielen Jahren Yoga, Yoga-Therapie und holistischen Heilansätzen. Ihr Schreiben ist Teil ihres persönlichen Weges: eigene Erfahrungen mit Angst, Kontrolle und Trauma zu verstehen und in Heilung zu verwandeln – Themen, die auch dieses Buch prägen.


Judith Schewe –
Trüffelschweinchen, Endlosschleifen und meine Déjà-vus
Claudia Broghammer hat mit diesem kleinen Buch versucht, ihr Trüffelschwein zu besänftigen, versucht aus Endlosschleifen in Leben und Denken herauszukommen und hat dabei mir einen kleinen Spiegel vorgehalten, in dem ich das eine oder andere Déjà-vu zu sehen bekam.
Rund 120 Seiten sind bedeckt mit Gedankenspiralen, wie sie viele manchmal haben, auch ich, aber mit dem Unterschied, dass sie bei der Autorin in Endlosschleife laufen und der Kopf sich nur ungern dem Verstand beugt, der gerade STOP ruft. Hier beginnt das Problem, was tun, wenn kein STOP-Schild mehr hilft? Bei manchen Passagen hätte ich gern eingeworfen, Claudia, Du musst zu einer Therapie, allein schaffst Du das so nicht. Aber im Laufe des Buches stellt sich heraus, dass sie es doch schaffen wird, langsam, aber sicher.
Wer wie ich so einige der Situationen – mehr oder weniger krass – selbst erlebt hat, wird sich in diesem Buch wiedererkennen. Aber der Leser bekommt keine theoretische Arznei verpasst, kein „Du solltest jetzt aber…“, es sind eher die kleinen Erkenntnisse, die helfen, sein eigenes Missmanagement einmal näher zu betrachten und vielleicht an mancher Stelle zu erkennen, dass das eigene STOP-Schild mehr wert ist als kluge Therapeutensprüche. Claudias Coach hatte vielleicht recht mit seinem Tipp, aber sie war dafür nicht aufnahmebereit.
Mein erstes Déjà-vu hatte ich gleich zu Beginn beim umgefallenen Adventskranz, nur noch komischer, das letzte bei Joëlle, naturgemäß nicht so komisch. Ich bin noch ein wenig älter als die Autorin, Faxmaschinen verfluchen, Computer schlagen, daran kann ich mich bestens erinnern, Holztreppen mit misslungener Kratzerbeseitigung habe ich auch, Warteschleifen nerven mit jeder neuen Zahl, die ich eintippen muss, früher haben mich Kollegenpulks am Kopierer vor meiner Bürotür gestört, Klassentreffen habe ich gemieden, Seniorentreffen jetzt auch – und doch, ich finde wie Claudia Ruhe, nicht mit einem Mantra, aber z. B. mit einem Blick aus dem Fenster. Da gibt es bei mir nämlich nichts zu sehen außer einer Wiese, zwei Nachbarhäusern und Bäumen. Total entspannend.
Mir hat dieses Buch gefallen. Auch wenn es eher Gedankensplitter und Erinnerungsteilchen sind, die die Autorin mit uns Lesern teil, gibt sie jedem eine Zuversicht mit auf den Weg, dass Probleme nicht nur dazu da sind, sie zu lösen, nein, man kann sie auch einfach mal an sich abperlen lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Texte die Grundlage für einen kleinen Roman wären, in dem nicht nur aufgezählt, sondern eine ganze lange Geschichte drumherum erzählt wird. Die Probleme mit Tochter, Mann und Freund kamen für mich in diesem Buch ein wenig kurz, da ist aus meiner Sicht viel mehr drin.
Ich war neugierig und habe einmal geschaut, was Universum europabuch für ein Verlag ist, die genannte Webseite ist leider nicht erreichbar. Aber bei amazon wird der Verlag Europa Edizioni srl genannt und der ist in Italien beheimatet, mit einem breiten Spektrum an unterschiedlichster Literatur, auch Lyrik und Sachbücher. Die deutschsprachigen Ausgaben waren alphabetisch sortiert, zu guter Letzt fand ich dann „Zwischen Kontrolle und Champagner“, es wird auch ein E-Book angeboten. Man kann dort auch eine Rezension hinterlassen, mache ich auf jeden Fall.
Es war im Übrigen das Cover, das mich auf Instagram zum Buch geführt hat, es gefiel mir auf Anhieb. Die Typografie ist normal, keine verzweifelten Versuche, das Buch aufzupeppen. Die Schriftgröße ist angenehm zu lesen, für mich ein wichtiges Kriterium.
Fazit: In fast jedem schlummert ein kleines Trüffelschweinchen, Champagner kann helfen es zu betäuben, muss aber nicht. Gute drei Sterne.
Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.